Hanf als Proteinquelle ?

Hanf-Presskuchen als sinnvolle alternative Proteinquelle und Ergänzung zu Fleisch im Tierfutter.


Aktuell wird der Großteil des Proteinbedarfs von Mensch und Tier über Fleisch gedeckt. Doch die massenhafte Fleischproduktion birgt viele Schattenseiten: Neben ethischen Bedenken im Hinblick auf das Tierwohl, werden die begrenzten Ressourcen der Erde enorm strapaziert. Da stellt sich die Frage, wie lange wird noch genug da sein und welche Alternativen könnte es geben?


Im Vordergrund steht nicht, die fleischfressenden Haustiere wie Hunde und Katzen vegetarisch zu ernähren – dieser Ansatz wäre nicht artgerecht. Jedoch kann schon die Reduzierung des Fleischanteils in der Tierernährung und der Einsatz von pflanzlichen Proteinquellen sinnvoll und erstrebenswert sein.


Spannend vor allem für den Hund. Während die Katze ein hoch selektiver Fleischfresser ist, bauen Hunde auf natürliche Weise pflanzliche Komponenten in ihre Nahrung ein. So lassen sich mittels durchdachter Kompositionen Futtermittel schaffen, die neben einer hohen Akzeptanz beim Vierbeiner auch unsere Ressourcen schonen.


In diesem Kontext rückt nun auch der Proteingehalt von Hanfsamen in den Vordergrund. Und die Grundvoraussetzungen sind gut: Hanf lässt sich nachhaltig und vor Ort anbauen, saniert landwirtschaftliche Nutzflächen durch tiefe Wurzeln und einen günstigen Nährstoffverbrauch und ist in der Lage, große Mengen an CO2 zu binden.


Hanfsamen selbst ist ein Kraftpaket: Mit einem Proteinanteil von circa 25 Prozent schlägt er andere Ölsaaten wie z.B. Leinsamen. Dazu bringt er einen hohen Kohlenhydratanteil und eine ideale Nährstoffkomposition mit.


Enthalten sind reichlich ungesättigte Fettsäuren. Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 Fettsäuren ist mit circa 2,5 ideal. Dieses Fettsäuren Verhältnis spielt eine wichtige Rolle bei den positiven gesundheitlichen Effekten, wie der Senkung von Blutdruck und Cholesterin-Spiegel.


Das allergene Potential des Hanfsamens ist deutlich niedriger als das von Soja, was die Pflanze zur wertvollen Komponente von Futtermitteln für Allergiker macht.


Zudem ist Hanfsamen reich an Vitamin E und B, Magnesium, Calcium, Eisen und Zink. Cannabinoide, zu denen auch THC und CBD gehören, sind im Hanfsamen nicht enthalten. Daher sind Bedenken bezüglich der Rechtslage zum Einsatz von Hanfsamen als Futtermittel unbegründet.


Im Futter kann der Samen z.B. als Presskuchen zum Einsatz kommen und zu Pellets weiterverarbeitet werden (siehe Foto). Dieser bleibt übrig, nachdem das Hanf-Öl extrahiert wurde. Der Presskuchen kann mit unterschiedlichen Öl-Anteilen hergestellt werden oder gesondert dem Futter zugegeben werden.


Sollte die Industrie bereit sein, mit den Herausforderung des Anbaus einer neuen (eigentlich alten) Kulturpflanze umzugehen, können wirtschaftliche wie auch ökologische Vorteile entstehen.




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